Vorstellung


Erlangung einer technologischen Initiative

Das 21. Jahrhundert wird durch zwei absehbare Entwicklungen entscheidend geprägt:

Das Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas bildet 59 Prozent aller von Menschen verursachten Treibhausgase. Trotz der wachsenden Bedrohung irdischer Existenzbedingungen sind bislang die vorhandenen Computerleistungen kaum dazu eingesetzt worden, den Verbrauch fossiler Brennstoffe auf strategische Weise zu senken. Doch bereits vor einem halben Jahrhundert zeigte der MIT-Mathematiker Prof. Norbert Wiener (der Erfinder der Kybernetik), dass mit erhöhten Informationen eine Reduzierung des Energieverbrauchs möglich ist.

Damals leisteten elektronische Großrechner weniger als ein heutiger Taschenrechner. Erst vor kurzem ist durch die vernetzte Computertechnik eine breite Beeinflussung des Energieverbrauchs möglich geworden. Inzwischen liegt auch umfangreiches Datenmaterial über kosteneffektive Energiesparstrategien als Ergebnis des energiewirtschaftlichen Umbaus der neuen Bundesländer.

Stromzähler als Antwort auf den Klimawandel

Rund 40 Prozent der in Deutschland verzeichneten CO2-Emissionen entstehen im Bereich der Stromwirtschaft - doppelt soviel wie im Industriesektor oder beim Verkehr. Das Versorgungsnetz kann durch innovative Energiespartechnik beim Endkunden effizienter betrieben werden, um den Bedarf nach Kraftwerksleistungen zu reduzieren.

Seit dem Jahr 2008 ist im Bundesstaat Kalifornien ein kommunikationsfähiger Stromzähler mit direktem Zugriff auf den Raumthermostaten für Neuinstallationen gesetzlich vorgeschrieben, da die meisten Heizungen sowie alle Klimaanlagen mit Strom betrieben werden. Die entsprechenden Wärmepumpen können gedrossekt oder bei drohender Stromknappheit auch vorübergehend abgeschaltet werden. Die zeitverzögerte Wiederinbetriebnahme wird mit einem niedrigeren Verbrauchstarif belohnt. Diese verbrauchsseitige Steuerung (engl. Demand Side Management DSM) verringert die benötigten Kraftwerkskapazitäten und liefert eine entsprechende CO2-Vermeidung. Eine Datenverbindung zum Kundenstandort ermöglicht die Fernsteuerung der einzelnen Anlagen durch den Versorger.

In Europa blieb lange Zeit eine kundenseitige Steuerung der Stromnachfrage auf industrielle Verbraucher beschränkt. Die Möglichkeiten von Privathaushalten ohne elektrisch klimatisierte Wohnräume, einen deutlichen Beitrag zur Verminderung des Stromverbrauchs zu leisten, gelten weiterhin als gering. Doch allein schon die Verschiebung des Nutzungszeitpunkts einzelner elektrischer Geräte summiert sich über ein ganzes Versorgungsgebiet zu erheblichen Ersparnissen bei den Kraftwerksleistungen. Ab 2010 wird in Deutschland gemäß dem Gesetz zur Öffnung des Messwesens der Einbau kommunikationsfähiger Stromzähler für Neubauten und vollsanierte Gebäude vorgeschrieben. Die entsprechenden Vorgaben beruhen auf Richtlinie 2006/32/EG der Europäischen Kommission, wonach die nächste Zählergeneration geeignete Informationen über den Verbrauch und den tatsächlichen Zeitpunkt der Verwendung bereitstellen müssen. Die Richtlinie gilt für Strom, Erdgas, Fernwärme und / oder Kühlung und Warmwasser. Dem Kunden kann nicht verweigert werden, die Erlaubnis zu haben elektronische Zähler installiert und gewartet werden entweder durch das Programm selbst oder durch qualifizierte Dritte.